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Büroagrarfachfrau

MEIN HAUSHALTSFÜHRERSCHEIN
"Praxis ist besser, als nur darüber zu reden"
Als Initiatorin des Projektes „Mein Haushaltsführerschein" führe ich seit 2006 dieses Projekt mit Viertklässlern an verschiedenen Hamburger
Grundschulen mit großem Erfolg durch. Finanzielle Unterstützung erhalte ich von der J.H.Schumacher Jubiläumsstiftung der Fleischerinnung Hamburg, tatkräftige von deren ehrenamtlichem Vertreter Peter Burkert. Außerdem überreicht der Landfrauenverband Hamburg jedem Schüler am Ende der
Projektwoche das erste Arbeitsgerät für zu Hause, einen Kochlöffel! Innerhalb von elf Jahren habe ich gemeinsam mit Fleischermeister Peter Burkert in 112
Projektwochen über 2600 Kindern den Spaß am Kochen vermittelt. Während der fünftägigen Projektwoche kochen Viertklässler aus frischen, regionalen
Zutaten jeden Tag ein anderes Gericht. Im Theorieunterricht erfahren die Kinder vieles über gesunde Ernährung und den richtigen Umgang mit Lebensmitteln. Darüber hinaus lernen sie auf spielerische Art und Weise die Themen Ernährungspyramide, Etiketten, Tischkultur, Hygiene und Arbeitssicherheit kennen. Allerdings müssen die Familien mit eingebunden werden. Ohne sie kann eine Umstellung nicht erfolgreich sein.
Während der Projektwoche werden Eltern mit einbezogen, sie helfen beim Kochen mit und sind dankbar über neue Erfahrungen, die sie im Umgang mit
Lebensmitteln machen. Eltern lassen sich auch gerne küchentechnische Tipps von mir geben und nehmen auch gerne neue Rezepte an.
Sie berichten begeistert darüber, wie ihre Sprösslinge die Liebe zum Kochen entdecken, Jungen und Mädchen gleichermaßen.
Das gemeinsame Mittagessen an einem schön gedeckten Tisch rundet den Vormittag ab. Die Aussage eines Schülers; „Ich finde es toll, dass man mich hier einfach alles machen lässt! Und es schmeckt wie im Restaurant… Die Nachhaltigkeit der Projektwoche wird eindrucksvoll deutlich z. B. in
der Vorbereitung von Festen an den Schulen: die Schüler bereiten Speisen zu, die sie in der Projektwoche kennen gelernt haben. Auch an nachfolgenden
Wochenenden in Form einer Familienaktion werden gemeinsam Rezepte nachgekocht. „Nicht für die Schule, für’s Leben lernen wir“ Wünschenswert wäre es, dass dieses Projekt mit in den Lehrplan aufgenommen wird, denn die Bedürfnisse und Interessen der Schüler werden geweckt und bedacht. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung wird in einer Wechselbeziehung von Handeln und Reflexion geführt. Durch die Orientierung an der Lebenswirklichkeit kann fächerübergreifend mit allen Sinnen gelernt werden.

Mit kulinarischen Grüßen
Silke Timmermann