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25.04.2020 Messe "Wie schön" mit Ausstellern aus der Region - eine Veranstaltung des Förderkreises

 

 

 

 

 

Vielen Dank für diese tolle Lesung!

Lesung mit Kirsten Boie

Die erste Geschichte schrieb sie bereits mit fünf Jahren

Moorfleet (iku). „1000 Wörter sollte eine gute Geschichte haben“, verriet Kirsten Boie. Der Förderkreis des Landfrauenverbandes Hamburg hatte sie zu einer Lesung in das Grüne Kompetenzzentrum eingeladen. 

Rund 80 Gäste waren gekommen, über die Hälfte Kinder. Und anders als erwartet, erzählte die bekannte Autorin, aus deren Feder unter anderem „Der kleine Ritter Trenk“ oder „Die Kinder vom Möwennest“ stammen, aus ihrem neuen Buch „Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte“. Die Geschichte beginnt mit einem großen Feuer im Wald, der alle Tiere flüchten lässt. Mama Reh findet einen jungen Fuchs, der seine Familie verloren hat. Keines der Tiere will ihn aufnehmen, er ist ja schließlich ein Raubtier. Doch Mama Reh lässt ihr Herz sprechen. Sie nimmt ihn auf und nennt ihn Blau-Auge. Dann beginnt die Autorin zu lesen. Die Geschichte handelt von Vorurteilen und Vertrauen. Für den kleinen Fuchs ist es schwer den anderen Tieren zu beweisen, dass er der Freund der Tiere ist und nicht wie sonst in der Tierwelt, der Feind. Das Ende lässt sie offen.
Gelegenheit für Kinder und Erwachsene Fragen zu stellen. „Mit fünf Jahren habe ich meine erste Geschichte auf Butterbrotpapier geschrieben“, erwidert sie auf die Frage, wann sie begonnen habe zu schreiben. „Damals gab es noch keine Medien, nur Bücher. Wir hatten den Ehrgeiz, schnell lesen zu lernen und so konnten wir auch früh schreiben“, erzählt sie weiter. Nur an Zuhörern habe es ihr damals gefehlt. „Meinen jüngeren Bruder habe ich mit Süßigkeiten bestochen, damit ich ihm meine Geschichten vorlesen kann“, verrät sie.
Heute muss Kirsten Boie nicht mehr um Zuhörer und Leser bangen. Sie zählt zu den wohl erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautoren. 2011erhielt sie für ihren Roman "Ringel, Rangel, Rosen" den Gustav-Heinemann-Friedenspreis. Im Oktober 2011 wurde sie vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet. Gerade erhielt sie vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Anerkennung ihres außergewöhnlichen Engagements für die Leseförderung die Plakette „Der Förderin des Buches“ verliehen. 2019 wurde sie zur Ehrenbürgerin Hamburgs ernannt.

Wie viele Bücher sie bislang geschrieben hat, weiß sie nicht. „Es sollen über hundert Titel sein“, sagt sie. Übersetzt werden sie in viele verschiedene Sprachen, unter anderem auch japanisch und hebräisch. „Für das Buch „Juli und das Monster“ wurde in China sogar ein Lehrerbegleitheft entwickelt“, berichtet sie.

Mit einem kleinen Tierquiz rundete die ehemalige Lehrerin, die ihren Lebensmittelpunkt in Barsbüttel hat, den Nachmittag ab. „Kirsten Boie hat toll erzählt und toll vorgelesen. Es war spannend, wie sie die Geschichte präsentiert hat“, sagt Christian Utke, der mit seinen beiden Kindern Jannis (5) und Clara (8) zur Lesung gekommen ist. Der Förderkreis des Landfrauenverbandes Hamburg, der auch eine Mitgliedschaft für Männer, Vereine und Firmen möglich macht, organisiert jährlich eine Lesung.

www.bergedorfer-zeitung.de/Imke Kuhlmann